Ehrenamt macht einfach Spaß!
Stephanie Kipping scheint einen Rekord aufstellen zu wollen: Seit Jahren engagiert sich die 27-Jährige mit vollen Einsatz ehrenamtlich in ihrer Gemeinde Limburg an der Lahn. Neben dem Pfarrgemeinderat, den Pfadfindern und dem Domchor, gibt die Referendarin für Deutsch und Philosophie auch Firm- und Kommunionunterricht, organisiert Sommerfreizeiten und noch vieles weiteres
katholisch.de: Bist du wegen der Ehre ehrenamtlich tätig?
Stephanie: Wenn mit Ehre „Auszeichnung“ gemeint ist oder weil ich glaube, dass andere mich deswegen mehr anerkennen, dann sicher nicht. Ich laufe ja nicht mit einem Schild rum, auf dem steht: „Ich bin ehrenamtlich tätig!“
katholisch.de: Warum engagierst du dich dann?
Stephanie: Ich mache ja überwiegend Kinder- und Jugendarbeit. Und primär macht es einfach Spass. Und ich glaube, der Spass besteht darin, dass ich das weitergegeben kann, was ich selbst als Kind mitbekommen habe und als gut erfahren habe. Und besonders Spass macht es natürlich dann, wenn ich sehe, dass die Kinder meine Arbeit annehmen.
katholisch.de: Wie bist du dazu gekommen, dich ehrenamtlich zu engagieren?
Stephanie: Ich bin in einer ganz normalen Kirchengemeinde in Limburg groß geworden. Da war ich als Kind in der Kommunionkatechese und bei den Ministranten. Und dann bin ich in die Mädchenkantorei des Limburger Domchores gegangen. Das war eine ganz intensive Erfahrung, ich habe besonders das Singen im Chor als Bereicherung erfahren. Jetzt im Rückblick merke ich, wie wichtig der Chor und die Gemeinschaft auch für meine Entwicklung war. Ich bin mir sicher, dass es für Kinder und Jugendliche ganz wichtig ist, dass sie nicht nur Schule und das Elternhaus haben, sondern auch noch von einer anderen Seite – wie die Kirche zum Beispiel – eine andere Perspektive auf das Leben bekommen.
katholisch.de: Und warum engagierst du dich ausgerechnet in der Katholischen Kirche?
Stephanie: Ich glaube die einfachste Antwort ist, dass ich katholisch bin (lacht). Nein, im Ernst: ich bin in der Kirche groß geworden und bin da reingewachsen. Als ich so 17 oder 18 Jahre alt war, habe ich gemerkt, dass ich doch ganz gut mit den Kindern umgehen kann. Das war aber noch keine direkt reflektierte Entscheidung. Später habe ich mich bewusst für die kirchliche Arbeit entschieden. Gerade Kinderkatechese heißt für mich, dass ich das weitergebe, was ich selber als Kind als gut erfahren habe. Und das ist für mich die Kirche und der christlichen Glaube.
katholisch.de: Gibt es Menschen in deiner Bekanntschaft, die kein Verständnis für deine kirchliche Aktivitäten haben?
Stephanie: Eigentlich nicht. Die meisten wissen, dass ich Kinder- und Jugendarbeit mache. Und das finden die meisten eigentlich ziemlich gut. Es überwiegt eher die Sorge, dass ich mir zuviel zumute. Und die Befürchtung ist manchmal auch fast berechtigt (lacht).
katholisch.de: Du bist seit einem Jahr verheiratet, hast einen Job und das Ehrenamt. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?
Stephanie: Also, einige Aktivitäten machen mein Mann und ich zusammen. Wir singen zum Beispiel im gleichen Chor. Und bis jetzt habe ich aber nicht den Eindruck, dass unter meinem Ehrenamt unser Privatleben leidet. Wir lassen uns gegenseitig viel Freiraum und verbringen immer noch viel Freizeit miteinander. Und auch für die Schule bleibt noch genug Zeit. Es ist eine Frage der Koordination. Man muss eben sorgfältig planen. Im Zweifelsfall sage ich eben auch mal: Schluss mit Engagement für den Moment.
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